Frankfurter Rundschau: Bundesnetzagentur rechnet mit steigenden Strompreisen
In einem Interview mit Bundesnetzagentur-Chef Matthias Kurth stellte die Frankfurter Rundschau am 15. Mai 2010 die Frage, wie stark die Strompreise in 2011 durch die Förderung der erneuerbaren Energien steigen würden - Solarstrom sei sehr teuer und müsse von den Verbrauchern bezahlt werden. Dazu sagte Kurth, wenn Strommengen aus den erneuerbaren Energien wüchsen, wüchse voraussichtlich auch der Förderbedarf über den Strompreis. Mittelfristig müssten durch Anpassungen des Verbrauchs und der Speichertechnologien aber auch Solar- und Windstrom besser vermarktet werden können. „Wenn wir die Stromabnahme flexibilisieren, wird langfristig auch der Subventionsbedarf wieder sinken können“, glaubt Kurth. Gleichzeitig mahnte er, dass man sich zehnjährige Planungszeiten für Energieprojekte nicht mehr leisten könne, wenn man schnell auf Ökostrom umstellen wolle. Dass dies möglicherweise auch an einer „mageren Verzinsung“ liegen könne, die die Bundesnetzagentur auf Investitionen in neue Stromleitungen zugesteht, wies der Agenturchef zurück. „Wir gewähren für Investitionen in die Netze eine Verzinsung von 9,29 Prozent. Wo bekommt man denn derart viel Geld für eine sichere, nahezu risikolose Anlage? Die Energiewirtschaft jammert auf höchstem Niveau, weil sie aus einer Monopolwelt kommt. An solche Renditen ist zurzeit in vielen wettbewerbsintensiven Branchen gar nicht zu denken. Und wir dürfen nicht vergessen: Am Ende zahlen für die Netzkosten wir alle, die Verbraucher und die deutsche Industrie“, sagte er der Zeitung.
Quelle: Frankfurter Rundschau, 15.05.2010


